Druckmaschinenbau im Umbruch
25.01.2012

manroland: Der Standort Augsburg vor der Rettung? Die Neuentwicklung manroland Colorman e:line könnte neue Märkte erschließen h
Es hätte nicht erst der Insolvenz von manroland bedurft, um die schwierige Situation vor allem der deutschen Druckmaschinenbauer darzustellen. Das Weltmarkt-Volumen bei Rollendruck-Maschinen hat sich seit Ende 2006 mehr als halbiert. Und die Absatzpreise für High-tech-Druckmaschinen aus Deutschland verharren weiter in der Talsohle. Ungleiche Voraussetzungen am Standort Deutschland sorgen für Irritation.
Der gesamte weltweite Druckmarkt hatte vor der Krise ein Volumen von über 9 Milliarden €. Im Jahr 2011 war es voraussichtlich weniger als die Hälfte davon. Das dürfte weniger mit der allgemeinen unsicheren Wirtschaftslage im Zusammenhang stehen, sondern mit den massiven Überkapazitäten einerseits und der eingebrochenen Nachfrage nach hochintegrierter Druckmaschinentechnik. Aggressives Preisdumping war unter anderem die Ursache für die Insolvenz von manroland. Insolvenzverwalter Schneider soll - verläßlichen Quellen zufolge - von Zeitungs- und Akzidenzkunden, die zuletzt bestellt haben, in Nachverhandlungen Preisnachforderungen von einer Million € aufwärts gefordert haben. Im Norden Deutschlands wurden manroland-Aufträge storniert und ein Retrofit geordert.
Die Hauptursachen für den Nachfrageeinbruch bei Druckmaschinen sind
- Überkapazitäten in vielen Industrieländern (vor allem im Akzidenz- und Werbedruck). Keine Überkapazitäten in wachstumsstarken Schwellenländern und im Verpackungsdruck
- Der Medienwandel von Print zu online (trifft vor allem Zeitungs- und Verlagsdruck)
- Die fortschreitende Konzentration in der Branche (immer weniger und immer größere Druckereien brauchen immer weniger Druckmaschinen (betrifft vor allem die Industrieländer)
u Der wachsende Wettbewerb für den Bogenoffset durch den Digitaldruck (bisher vor allem zu Lasten des Kleinformats)
- Konjunkturschwäche und Schuldenkrise (zur Zeit vor allem in Südeuropa und in den USA)
- Der Produktivitätszuwachs durch den technische Fortschritt (Automatisierung der Druckmaschinen). Weniger Druckmaschinen drucken heute viel mehr in kürzerer Zeit
- Die Verunsicherung über die Zukunft von Print in einer multimedialen Welt hemmt Investitionsbereitschaft (Paradebeispiel ist USA). Der Bogenoffsetdruck hat allerdings auch mit bis zu 30 Prozent zu kämpfen. Der Verpackungsdruck wird dabei weiterhin überproportional wachsen, da die Weltbevölkerung und der Wohlstand in den bevölkerungsreichen Schwellenländern durch mehr Konsum und damit mehr Verpackung für gesteigerte Nachfrage im Druck sorgen wird.
Wachsende Druckmärkte in Asien
China, Indien und Südamerika gelten als chancenreiche Wachstumsmärkte, was die Nachfrage an Druckmaschinen betrifft.
Allerdings fordern Investoren, die in Druckmaschinen investieren, eine einfachere und billigere Ausrüstung als derzeit von den führenden deutschen Druckmaschinenherstellern angeboten. Der Standort Deutschland ist für die Fertigung einfacherer Druckmaschinen für diese Märkte zu teuer und die Vertriebskosten zu hoch. Einfache, stabile Bedienung und robuste Ausführung ohne viel Elektronik sind dabei zu niedrigen Preisen dabei vorzugsweise gefragt.Die nachgefragten Formatklassen reichen in diesen Märkten von 2/1- bis 2/2 bis maximal 4/1-und in einigen wenigen Ausnahmefällen 4/2-Ausführung.
Der Euro-Kurs des gegenüber dem enorm aufgewerteten Yen hat in den letzten Jahren den deutschen Herstellern gegenüber den Hauptwettbewerbern aus Japan eher geholfen. Der Wechselkurs ist keine gravierende Ursache für die Probleme der deutschen Hersteller.
Retrofit zur Überbrückung
In Retrofit-Verfahren generalsanierte gebrauchte Druckmaschinen haben in diesen Märkten ebenfalls gute Chancen. Wenn Druckmaschinen umzusiedeln sind oder die Farbdruckkapazität auszubauen ist, ist immer eine Retrofit oder ein Trigger erforderlich.
In der deutschen Druckbranche war lediglich ein Umsatzplus von 0,2% laut Bundesverband Druck und Medien zu verzeichnen. Und das Sterben der deutschen Druckbetriebe geht weiter. Die deutsche Druckbranche ist extrem vom Werbeaufkommen abhängig. 40 Prozent der Druckproduktion sind Werbedrucke und Kataloge. Zeitungen und Anzeigenblätter binden 9 Prozent, Zeitschriften 11 Prozent der Druckproduktion.
Insgesamt macht der Trend zur Konzentration der Druckproduktion, bei der mehrere Verlage ein gemeinsames Druckzentrum betreiben, den Druckmaschinenherstellern schwer zu schaffen.
Hochkarätige deutsche Fertigungs-Logistik – aber jeder für sich
In der Fertigungslogistik für den Druckmaschinenbau (Zylinderfertigung, Rollenwechsler und diverse Maschinenkomponenten) untereinander zu kooperieren, kam für die Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen, Koenig & Bauer und manroland aus Gründen der eigenen Markenpflege nicht in Frage. In der so erfolgreichen deutschen und französischen Autoindustrie läuft das seit vielen Jahren ganz anders.
Der amerikanisch-französische Maschinenbauer Goss International, der vor wenigen Jahren den Rollendruckbereich von Heidelberger Druckmaschinen AG übernommen hat, befindet sich mit dem chinesischen Alleineigentümer Shanghai Electric dabei in einer deutlich besseren Kapitalsituation. Allerdings ist China im Gegensatz zum Bogenmarkt kein riesiger Markt für den Rollendruck weder bei der Zeitung (Pressezensur) noch bei Akzidenzprodukten. Doch auch Shanghai Electric hat großen Konsolidierungsbedarf mit Goss International zu bewältigen. Der französische Goss-Standort Nantes ist geschlossen. In Montateire nahe Paris kämpfen 300 von den ursprünglich 800 Mitarbeitern um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze nach französischen Regeln.
Digitaldruck – früh entwickelt, spät wirklich erkannt
Der Digitaldruck kann fast exemplarisch für die Achterbahnfahrt der Unternehmensstrategen bei den konventionellen deutschen Druckmaschinenherstellern dienen. manroland entwickelte die dicoweb sehr früh als reine Druckmaschine. Heidelberg investierte viel Kraft und Geld in die Nexpress-Digitaldruckeinheit, um wenig später wieder zu verkaufen. Wenig wurde insgesamt darin investiert, dass der Digitaldruck ein völlig neues Geschäftsmodell mit ganzheitlichem Marketingansatz mit völlig neuen Zielgruppen-Kundenpotenzialen darstellt. Beide Hersteller haben sich von dieser Produktentwicklung seit einigen Jahren getrennt und versuchen heute wieder mit Partnern wie Ricoh (Heidelberg) und Océ (manroland) sich in diesen rasant wachsenden Wachstumsmarkt neu, wenn auch spät, wieder zu positionieren.
KBA entwickelt mit der mächtigen amerikanischen Unternehmensgruppe RR Donnelley eine eigene Digitaldruckeinheit.
Insgesamt ist dieser Markt heute schon sehr gut mit Herstellern wie Hewlett-Packard, Xerox, Xeikon, Canon, Konica-Minolta, Océ, Ricoh. Impika etc. sehr gut und hochprofessionell besetzt. Die Markteintrittsschwelle ist für den konventionellen Maschinenbauer sehr hoch.
Vorsprung durch neue, wirtschaftliche Technik:. Ähnlich wie Koenig & Bauer mit der Kompaktklasse der KBA Cortina und KBA Commander CT/CL durch neue Verfahren und eine verbesserte Wirtschaftlichkeit durch weniger Raumbedarf, eine wachsende Klientel beim Zeitungsdruck überzeugen konnte.
Ungleiche Ausgangslage der Konkurrenten in Deutschland?
Die Insolvenz von manroland wirft allerdings auch einige Fragen bezüglich gleicher Marktbedingungen der deutschen Druckmaschinenhersteller am Standort Deutschland auf. Heidelberg hat nach 800 Millionen € Staatskredite aktuell mit „Focus 2012“ das nächste Effizienzsteigerungsprogramm mit dem Abbau von 2000 Mitarbeitern angekündigt. manroland überlebte seit 2008 durch durchschnittlich 200 Mio. € pro Jahr Verlustübernahme durch den Mehrheitseigentümer Allianz Versicherungs AG. Koenig & Bauer AG mußte mit eigenen Mitteln durch die weltweite Krise durch und konnte trotzdem 2009 und 2010 positive Ergebnisse vor Steuern erwirtschaften. Staatlich geförderte Kurzarbeit war allerdings bei allen drei Herstellern in den letzten Jahren an der Tagesordnung. Restrukturierungsmaßnahmen sowie drastischer Personalabbau konnten nur teilweise zur Ergebnisverbesserung beitragen, da die Absatzpreise für High-tech Made in Germany im freien Fall waren. Die Aussichten für Neuabschlüsse sehen auch 2012 verhalten aus. Das dringend benötigte zweistellige Wachstum, um die eigenen Fertigungskapazitäten zu einigermaßen auskömmlichen Absatzpreisen zu füllen, ist auch für 2012 nicht vorhanden.
Letzte Meldung: manroland mit neuen Eigentümern
Im Bieterverfahren um die insolvente manroland waren zuletzt noch 3 Bieter im Rennen. Platinium Equity aus den USA, dem Mitbewerber Koenig & Bauer AG, Würzburg, und die Lübecker Unternehmensgruppe Possehl mit 140 Unternehmen in 30 Ländern weltweit und einem konsolidierten Gesamtumsatz von 2 Mrd. € per anno. Die Unternehmensgruppe Possehl setzt weltweit auf die Integration von Unternehmen mit mittelständischen Strukturen. Für den Standort Augsburg hat die Firma Possehl die Zustimmung des Gläubiger-Beirates erhalten. Die Standorte Offenbach und Plauen sollen neue Gesellschaften im Sinne von beteiligten Managern mit Management Buy-out erhalten. Plauen ist über einen Liefer- und Leistungsvertrag an den Standort Augsburg angebunden. Drastische Personalabbaumaßnahmen sind mit der Zerschlagung verbunden. Am Standort Augsburg
a) sind künftig 1.500 Mitarbeiter geplant,
b) für den Standort Offenbach sind 750 Mitarbeiter vorgesehen,
c) während am Standort Plauen 290 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen.
Die Marke manroland soll über Abgrenzungsverträge allen Standorten zur Verfügung stehen. Über das künftige Produktportfolio an den einzelnen Standorten
wird in den nächsten Wochen beraten werden. Der frühere Vorstandsvorsitzende Gerd Finkbeiner bleibt über einen Beratervertrag dem manroland-Standort Augsburg verbunden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Unternehmenszerschlagung von manroland auf den weltweiten Druckmaschinenmarkt auswirken wird. -karma-
Der gesamte weltweite Druckmarkt hatte vor der Krise ein Volumen von über 9 Milliarden €. Im Jahr 2011 war es voraussichtlich weniger als die Hälfte davon. Das dürfte weniger mit der allgemeinen unsicheren Wirtschaftslage im Zusammenhang stehen, sondern mit den massiven Überkapazitäten einerseits und der eingebrochenen Nachfrage nach hochintegrierter Druckmaschinentechnik. Aggressives Preisdumping war unter anderem die Ursache für die Insolvenz von manroland. Insolvenzverwalter Schneider soll - verläßlichen Quellen zufolge - von Zeitungs- und Akzidenzkunden, die zuletzt bestellt haben, in Nachverhandlungen Preisnachforderungen von einer Million € aufwärts gefordert haben. Im Norden Deutschlands wurden manroland-Aufträge storniert und ein Retrofit geordert.
Die Hauptursachen für den Nachfrageeinbruch bei Druckmaschinen sind
- Überkapazitäten in vielen Industrieländern (vor allem im Akzidenz- und Werbedruck). Keine Überkapazitäten in wachstumsstarken Schwellenländern und im Verpackungsdruck
- Der Medienwandel von Print zu online (trifft vor allem Zeitungs- und Verlagsdruck)
- Die fortschreitende Konzentration in der Branche (immer weniger und immer größere Druckereien brauchen immer weniger Druckmaschinen (betrifft vor allem die Industrieländer)
u Der wachsende Wettbewerb für den Bogenoffset durch den Digitaldruck (bisher vor allem zu Lasten des Kleinformats)
- Konjunkturschwäche und Schuldenkrise (zur Zeit vor allem in Südeuropa und in den USA)
- Der Produktivitätszuwachs durch den technische Fortschritt (Automatisierung der Druckmaschinen). Weniger Druckmaschinen drucken heute viel mehr in kürzerer Zeit
- Die Verunsicherung über die Zukunft von Print in einer multimedialen Welt hemmt Investitionsbereitschaft (Paradebeispiel ist USA). Der Bogenoffsetdruck hat allerdings auch mit bis zu 30 Prozent zu kämpfen. Der Verpackungsdruck wird dabei weiterhin überproportional wachsen, da die Weltbevölkerung und der Wohlstand in den bevölkerungsreichen Schwellenländern durch mehr Konsum und damit mehr Verpackung für gesteigerte Nachfrage im Druck sorgen wird.
Wachsende Druckmärkte in Asien
China, Indien und Südamerika gelten als chancenreiche Wachstumsmärkte, was die Nachfrage an Druckmaschinen betrifft.
Allerdings fordern Investoren, die in Druckmaschinen investieren, eine einfachere und billigere Ausrüstung als derzeit von den führenden deutschen Druckmaschinenherstellern angeboten. Der Standort Deutschland ist für die Fertigung einfacherer Druckmaschinen für diese Märkte zu teuer und die Vertriebskosten zu hoch. Einfache, stabile Bedienung und robuste Ausführung ohne viel Elektronik sind dabei zu niedrigen Preisen dabei vorzugsweise gefragt.Die nachgefragten Formatklassen reichen in diesen Märkten von 2/1- bis 2/2 bis maximal 4/1-und in einigen wenigen Ausnahmefällen 4/2-Ausführung.
Der Euro-Kurs des gegenüber dem enorm aufgewerteten Yen hat in den letzten Jahren den deutschen Herstellern gegenüber den Hauptwettbewerbern aus Japan eher geholfen. Der Wechselkurs ist keine gravierende Ursache für die Probleme der deutschen Hersteller.
Retrofit zur Überbrückung
In Retrofit-Verfahren generalsanierte gebrauchte Druckmaschinen haben in diesen Märkten ebenfalls gute Chancen. Wenn Druckmaschinen umzusiedeln sind oder die Farbdruckkapazität auszubauen ist, ist immer eine Retrofit oder ein Trigger erforderlich.
In der deutschen Druckbranche war lediglich ein Umsatzplus von 0,2% laut Bundesverband Druck und Medien zu verzeichnen. Und das Sterben der deutschen Druckbetriebe geht weiter. Die deutsche Druckbranche ist extrem vom Werbeaufkommen abhängig. 40 Prozent der Druckproduktion sind Werbedrucke und Kataloge. Zeitungen und Anzeigenblätter binden 9 Prozent, Zeitschriften 11 Prozent der Druckproduktion.
Insgesamt macht der Trend zur Konzentration der Druckproduktion, bei der mehrere Verlage ein gemeinsames Druckzentrum betreiben, den Druckmaschinenherstellern schwer zu schaffen.
Hochkarätige deutsche Fertigungs-Logistik – aber jeder für sich
In der Fertigungslogistik für den Druckmaschinenbau (Zylinderfertigung, Rollenwechsler und diverse Maschinenkomponenten) untereinander zu kooperieren, kam für die Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen, Koenig & Bauer und manroland aus Gründen der eigenen Markenpflege nicht in Frage. In der so erfolgreichen deutschen und französischen Autoindustrie läuft das seit vielen Jahren ganz anders.
Der amerikanisch-französische Maschinenbauer Goss International, der vor wenigen Jahren den Rollendruckbereich von Heidelberger Druckmaschinen AG übernommen hat, befindet sich mit dem chinesischen Alleineigentümer Shanghai Electric dabei in einer deutlich besseren Kapitalsituation. Allerdings ist China im Gegensatz zum Bogenmarkt kein riesiger Markt für den Rollendruck weder bei der Zeitung (Pressezensur) noch bei Akzidenzprodukten. Doch auch Shanghai Electric hat großen Konsolidierungsbedarf mit Goss International zu bewältigen. Der französische Goss-Standort Nantes ist geschlossen. In Montateire nahe Paris kämpfen 300 von den ursprünglich 800 Mitarbeitern um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze nach französischen Regeln.
Digitaldruck – früh entwickelt, spät wirklich erkannt
Der Digitaldruck kann fast exemplarisch für die Achterbahnfahrt der Unternehmensstrategen bei den konventionellen deutschen Druckmaschinenherstellern dienen. manroland entwickelte die dicoweb sehr früh als reine Druckmaschine. Heidelberg investierte viel Kraft und Geld in die Nexpress-Digitaldruckeinheit, um wenig später wieder zu verkaufen. Wenig wurde insgesamt darin investiert, dass der Digitaldruck ein völlig neues Geschäftsmodell mit ganzheitlichem Marketingansatz mit völlig neuen Zielgruppen-Kundenpotenzialen darstellt. Beide Hersteller haben sich von dieser Produktentwicklung seit einigen Jahren getrennt und versuchen heute wieder mit Partnern wie Ricoh (Heidelberg) und Océ (manroland) sich in diesen rasant wachsenden Wachstumsmarkt neu, wenn auch spät, wieder zu positionieren.
KBA entwickelt mit der mächtigen amerikanischen Unternehmensgruppe RR Donnelley eine eigene Digitaldruckeinheit.
Insgesamt ist dieser Markt heute schon sehr gut mit Herstellern wie Hewlett-Packard, Xerox, Xeikon, Canon, Konica-Minolta, Océ, Ricoh. Impika etc. sehr gut und hochprofessionell besetzt. Die Markteintrittsschwelle ist für den konventionellen Maschinenbauer sehr hoch.
Vorsprung durch neue, wirtschaftliche Technik:. Ähnlich wie Koenig & Bauer mit der Kompaktklasse der KBA Cortina und KBA Commander CT/CL durch neue Verfahren und eine verbesserte Wirtschaftlichkeit durch weniger Raumbedarf, eine wachsende Klientel beim Zeitungsdruck überzeugen konnte.
Ungleiche Ausgangslage der Konkurrenten in Deutschland?
Die Insolvenz von manroland wirft allerdings auch einige Fragen bezüglich gleicher Marktbedingungen der deutschen Druckmaschinenhersteller am Standort Deutschland auf. Heidelberg hat nach 800 Millionen € Staatskredite aktuell mit „Focus 2012“ das nächste Effizienzsteigerungsprogramm mit dem Abbau von 2000 Mitarbeitern angekündigt. manroland überlebte seit 2008 durch durchschnittlich 200 Mio. € pro Jahr Verlustübernahme durch den Mehrheitseigentümer Allianz Versicherungs AG. Koenig & Bauer AG mußte mit eigenen Mitteln durch die weltweite Krise durch und konnte trotzdem 2009 und 2010 positive Ergebnisse vor Steuern erwirtschaften. Staatlich geförderte Kurzarbeit war allerdings bei allen drei Herstellern in den letzten Jahren an der Tagesordnung. Restrukturierungsmaßnahmen sowie drastischer Personalabbau konnten nur teilweise zur Ergebnisverbesserung beitragen, da die Absatzpreise für High-tech Made in Germany im freien Fall waren. Die Aussichten für Neuabschlüsse sehen auch 2012 verhalten aus. Das dringend benötigte zweistellige Wachstum, um die eigenen Fertigungskapazitäten zu einigermaßen auskömmlichen Absatzpreisen zu füllen, ist auch für 2012 nicht vorhanden.
Letzte Meldung: manroland mit neuen Eigentümern
Im Bieterverfahren um die insolvente manroland waren zuletzt noch 3 Bieter im Rennen. Platinium Equity aus den USA, dem Mitbewerber Koenig & Bauer AG, Würzburg, und die Lübecker Unternehmensgruppe Possehl mit 140 Unternehmen in 30 Ländern weltweit und einem konsolidierten Gesamtumsatz von 2 Mrd. € per anno. Die Unternehmensgruppe Possehl setzt weltweit auf die Integration von Unternehmen mit mittelständischen Strukturen. Für den Standort Augsburg hat die Firma Possehl die Zustimmung des Gläubiger-Beirates erhalten. Die Standorte Offenbach und Plauen sollen neue Gesellschaften im Sinne von beteiligten Managern mit Management Buy-out erhalten. Plauen ist über einen Liefer- und Leistungsvertrag an den Standort Augsburg angebunden. Drastische Personalabbaumaßnahmen sind mit der Zerschlagung verbunden. Am Standort Augsburg
a) sind künftig 1.500 Mitarbeiter geplant,
b) für den Standort Offenbach sind 750 Mitarbeiter vorgesehen,
c) während am Standort Plauen 290 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen.
Die Marke manroland soll über Abgrenzungsverträge allen Standorten zur Verfügung stehen. Über das künftige Produktportfolio an den einzelnen Standorten
wird in den nächsten Wochen beraten werden. Der frühere Vorstandsvorsitzende Gerd Finkbeiner bleibt über einen Beratervertrag dem manroland-Standort Augsburg verbunden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Unternehmenszerschlagung von manroland auf den weltweiten Druckmaschinenmarkt auswirken wird. -karma-
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