INFORMATIONEN FÜR DAS TOP-MANAGEMENT DER MEDIEN-INDUSTRIE
30.11.2021

Künstliche Intelligenz gibt Hass-Kommentaren keine Chance

07.07.2021
Bild vergrößern

Hannah Monderkamp, Leiterin Audience Development, Rheinische Post
Die „Rheinische Post“ hat ein System entwickelt, mit dem die Redaktion Kommentare besonders effizient moderieren kann. Der Einsatz künstlicher Intelligenz hilft den Journalisten, ihre Aufgaben auf wertvolle Tätigkeiten konzentrieren zu können. Keine Kommentare mehr: Viele Verlagshäuser reagieren auf ihren Onlineportalen mit dieser Restriktion auf die steigende Flut von Hasskommentaren. Damit wird die bidirektionale Kommunikation zum Leser und Medienkonsumenten eingeschränkt.
Genau das, was es für die digitale Kundenbindung so nötig bedarf, wird dadurch verhindert.
Die „Rheinische Post“ in Düsseldorf geht einen anderen Weg. In Kooperation mit Wissenschaftlern der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) entwickelt der Titel einen Prototyp, der Kommentare automatisch nach Inhalten klassifiziert. Durch das Projekt „Moderat!“ sollen die Community-Manager Zeit für ihre eigentliche Aufgabe bekommen: eine angeregte Diskussion zu leiten. 

Die Ausgangslage: Viel Aufwand 
Die Verrohung der Debattenkultur in Online-Communitys ist klar zu datieren: Mit der Flüchtlingsbewegung 2015/2016 in Deutschland begannen viele Beiträge in Hass und Hetze abzugleiten. Die Onlineportale der Zeitungshäuser wurden mit solchen Mails überflutet. 
Auch bei anderen Themen wurde der Ton rauer. Die Redaktion der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf errichtete den ersten Schutzwall: Wurden Kommentare bis dahin erst nach Freischaltung geprüft, mussten sie nun einzeln gesichtet und freigegeben werden. Wer gegen die Regeln des Hauses verstieß, bekam eine automatisch generierte Mail mit dem Hinweis auf Ablehnung. Doch dieses Vorgehen stoppte die Flut nicht. „Wir rennen dem Hass hinterher, statt für unsere eigentliche Moderationsaufgabe Zeit zu haben“, sagt Hannah Monderkamp, Leiterin Audience Development, heute. Zwei Community-Manager widmen sich in zwei Schichten dieser Aufgabe bei durchschnittlich 400 Kommentaren am Tag. 
Da kam die Anfrage der Wilhelms-Universität Münster 2019 wie gerufen. Die Informatiker des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der WWU um Dennis Riehle stießen sich ebenfalls an der Verschärfung des öffentlichen Diskurses und überlegten, wie sie ihr Wissen einbringen könnten. Sie wollten ein System entwickeln, das die Hasskommentare durch Natural Language Processing (NLP) und Machine Learning (ML) automatisch erkennt und so den Journalisten die Arbeit erleichtert. Dazu benötigten sie nicht nur einen in der Fachwelt für das Problem anerkannten Algorithmus, sondern auch authentische Daten, also echte Zuschriften an ein Onlineportal, die von den Moderatoren mit einer Bewertung versehen wurden. Ein Vorteil wäre, wenn wie beispielsweise bei den „Salzburger Nachrichten“ anonyme Zuschriften gar nicht erst veröffentlicht werden. Wer etwas zu kritisieren, vorzuschlagen oder seine Meinung zu sagen hat, steht auch mit seinem vollen Namen dazu.                         -karma-


» drucken
« zurück

Erste Schulbuchdruckerei in Äthiopien mit Rollenoffset Druckmaschinen von manroland Goss

07.07.2021
Bild vergrößern

Die TBO Printing and Publishing S.C (TBO) in Addis Abeba feierte am 31. Mai 2021 die erfolgreiche Inbetriebnahme der beiden CROMOMAN Druckmaschinen von manroland Goss. In Kürze wird auch die Inbetriebnahme der bereits vollständig installierten ROTOMAN folgen. Die Errichtung der ersten Schulbuchproduktion für Ostafrika ist ein sehr ambitioniertes Projekt für das Land, das den hohen Bedarf an Schulbüchern für eine stetig wachsende Anzahl junger Menschen aus eigener Kraft stemmen möchte. Auch der Ministerpräsident von Äthiopien, der Friedensnobelpreisträger Dr. Abiy Ahmed, wird zur feierlichen Eröffnung erwartet.
- manroland Goss Drucktechnologie für hochqualitative Druckprodukte und hohe Produktivität ist fester Bestandteil des Leuchtturmprojekts für Ostafrika.
- Verzögerungen durch die Corona-Pandemie, sowie mangelnde Infrastruktur stellten das internationale Projektteam vor große Herausforderungen.
- Technische Schulungen durch erfahrene manroland Goss Experten machen die Mitarbeiter von TBO fit für die Zukunft.
TBO Printing and Publishing S.C wurde mit dem Ziel gegründet, die Schulbuchproduktion nach Äthiopien und in die Oromia-Region zu holen. Bis heute werden die äthiopischen Schulbücher aus dem Ausland importiert. Das staatlich geförderte Projekt soll zukünftig den hohen Schulbuchbedarf für das mit ca. 110 Mio. Menschen bevölkerungsreichste Land Ostafrikas decken. Zum anderen ist eine Druckproduktion in der geplanten Größenordnung in der Lage bis zu 400 Arbeitsplätze zu schaffen, was für bis zu 400 Familien eine Perspektive und ein Einkommen bedeutet
Die Buchproduktion wird ergänzt durch Klebebinder der Müller Martini Buchbindesysteme GmbH in Rahden (ehemals KOLBUS) sowie eine CTP-Druckplattenherstellung von AGFA, die zusammen mit den drei Druckmaschinen von VIP Systems GmbH verkauft wurden. manroland Goss führt das Projekt gemeinsam mit Vipsystems, ihrem langjährigen Vertriebspartner aus Stuttgart, und dem sehr kooperativen, lokalen Büro in Addis Abeba, VIP Systems PLC, durch. Ergänzend werden weitere Maschinen im Bereich Bogenoffset und Druckweiterverarbeitung zum Einsatz kommen, die ebenfalls im Frühjahr installiert wurden.

Leuchtturmprojekt für Ostafrika mit manroland Goss Drucktechnologie
Die drei manroland Goss Buchdruckmaschinen CROMOMAN (2x) und ROTOMAN (1x) sind die ersten Druckmaschinen dieser Art, welche in Ostafrika aufgebaut und in Betrieb genommen wurden. Mit dieser Ausstattung besteht für TBO die große Chance, sich zu einem Leuchtturm der Schulbuchproduktion in Afrika zu entwickeln. Denn bis dato gibt es in Äthiopien keine vergleichbaren Druckmaschinen mit denen hervorragende Druckqualität und eine hohe Produktivität realisiert werden können. Monatlich könnten mindestens 5 Millionen Schulbücher in verschiedenen Formaten und Signaturen zu 16, 24 oder 32 Seiten in einem Dreischichtmodell gedruckt werden.
Äthiopien ist ein Land mit über 80 Ethnien. Neben den Amtssprachen Englisch und Amharisch gibt es (u.a.) die Hauptsprachen Oromifa, Tigrigna, Somali, Sidama, Welayeta und Hadiyisa mit entsprechenden Lehrbüchern. Das äthiopische Schulsystem umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 12 und unterrichtet neben den verschiedenen Sprachen auch Zivillehre und Ethik, Informations- und Kommunikations- Technologie, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Geographie, Economics, General Business oder auch technisches Zeichnen. Der Bedarf an Schulbüchern für all diese Fächer ist demnach entsprechend hoch und liegt jährlich in etwa bei 70 Millionen Exemplaren, den TBO zu einem hohen Prozentsatz abdecken wird.

Fehlende Infrastruktur und Corona-Pandemie erschweren Inbetriebnahme
Die Herausforderungen bei der Umsetzung der sehr ambitionierten Ziele des Unternehmens TBO waren von Beginn an groß: Der parallel fortschreitende Aufbau der Infrastruktur, beginnend vom Straßennetz bis hin zur Fertigstellung des GERD-Staudammprojektes für eine stabile Energieversorgung sowie die weltweit vorherrschende Corona-Situation störten den Projektablauf zeitweise empfindlich und führten zu unvermeidbaren Installationsunterbrechungen. Durch die uneingeschränkte Reisebereitschaft der manroland Goss Techniker und die sehr erfahrene Teamleitung von manroland Goss vor Ort wurden in der Druckerei in Gelan erfolgreich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Produktion im Frühjahr starten zu können. „Unter diesen erschwerenden Umständen freut es mich um-so mehr, dass wir die Inbetriebnahme der beiden CROMOMAN-Anlagen erfolgreich abschließen konnten. Auch die Installation der ROTOMAN ist soweit final, sodass in Kürze auch darauf produziert werden kann.“ so Dr. Ralf Schädlich, Projektleiter bei manroland Goss. „Auch der Teamgeist unseres international zusammengestellten Montageteams vor Ort ist ungebrochen, sodass wir Schritt für Schritt unsere Inbetriebnahmeziele erreichen.“

Schulung der künftigen Mitarbeiter vor Ort im Bayerischen Afrikabüro
Bereits seit Februar 2021 werden die zukünftigen Mitarbeiter von TBO in Kooperation mit dem Bayerischen Afrikabüro in Addis Abeba auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet. Erfahrene manroland Goss Experten geben in technischen Schulungen vor Ort und mittels Online-Schulungen ihr Wissen an die Drucker und Maschinenführer von morgen weiter und leiten diese bei den ersten Schulbuchproduktionen an. Die vollständige Produktion auf den drei Druckanlagen ist für Sommer dieses Jahres geplant, sofern dies die strukturellen und politischen Entwicklungen zulassen.

» drucken
« zurück

Russischer Priester aus Haft entlassen

07.07.2021
Bild vergrößern

Vorstandsprecher der IGFM, Martin Lessenthin, kritisiert, „dass die Russisch-Orthodoxe Kirche das Engagement ihrer Geistlichen für Meinungsfreiheit und gegen Menschenrechtsverletzungen nicht demonstrativ unterstützt. Eine Kirche, die sich in einer solchen Situation versteckt und sich von ihren Geistlichen entfernt anstatt Solidarität zu üben, macht sich zu Kumpanen derjenigen, die den Menschen ihre universellen Rechte nehmen und dazu zählt auch die Religionsfreiheit.“ 
Der Erzpriester von Khabarowsk Andrei Vinarsky wurde nicht zum ersten Mal wegen Teilnahme an einer nicht genehmigten Kundgebung verhaftet und verurteilt. Erst am 10. März 2021 verurteilte ihn ein Bezirksgericht zu 20 Tagen Gefängnis aufgrund der Teilnahme an einer Demonstration zur Unterstützung des ehemaligen Gouverneurs der Region Chabarowsk, Sergej Furgal. Der Geistliche ist in Sibirien sehr populär, sodass sich mehrere Journalisten mit sogenannten „stillen Übertragungen“ mit Vinarsky solidarisierten. Vinarsky selbst trat aus Protest in einen Hungerstreik. 
Wie die IGFM weiter berichtet, wurde Vinarsky im März aus dem Amt des Erzpriester der St. Nikolaus Kirche aufgrund seiner Teilnahme an den Kundgebungen von der Birobidzhan Eparchie entlassen. Die Eparchie habe auch entschieden, dass der Geistliche keine Gottesdienste leiten und predigen darf, bis er „Buße tut und aufhört, an nicht sanktionierten Kundgebungen teilzunehmen“. Im Gegensatz zu Protestbewegungen, wie in der DDR oder in Polen ist die Russisch-Orthodoxe Kirche leider keine Unterstützung der Zivilgesellschaft, so die Menschenrechtsorganisation. 

» drucken
« zurück

Zeitungs-Medien-Konsolidierung nimmt weiter Fahrt auf

07.07.2021
Bild vergrößern

Madsack stockt die Anteile an der KN-Gruppe, zu der die Kieler Nachrichten und die „Segeberger Zeitung“ gehören, auf 50 % plus eine Stimme auf. Damit hält Madsack die Mehrheit am Unternehmen, bisher waren es 49 %. Das Kartellamt muss der Aufstockung der Beteiligung noch zustimmen. Außerdem wollen Madsack und die KN-Gruppe ihre Zusammenarbeit verstärken, u.a. in den Bereichen Produktentwicklung und Vermarktung. Madsack hat seit 2009 eine Beteiligung an den Unternehmen der „Kieler Nachrichten“ und der „Segeberger Zeitung“ aus der KN-Gruppe. Zuvor lagen knapp 25 % des Verlags in der Hand von 

Springer.  Die „Kieler Nachrichten“, die größten Tageszeitung in Schleswig-Holstein, haben laut Madsack 80.000 verkaufte Auflage sowie 42.000 Digital-Abonnentinnen. Die Auflage 1998 hatte noch bei knapp 160.000 gelegen. Neben den „Kieler Nachrichten“ und der „Segeberger Zeitung“ gehören zur KN-Gruppe auch Beteiligungen aus Medien-, Agentur- und Eventbranche. Verleger Christian-Tobias Heinrich hofft auf eine Aufstellung, die „breiter und zukunftssicher“ ist sowie eine Stärkung der regionalen Bedeutung seiner Tageszeitungen. Thomas Düffert, Chef der Madsack Mediengruppe, freute sich über die Intensivierung der „bewährten Partnerschaft“. 



» drucken
« zurück
© PreMedia Newsletter Nachrichten - PreMedia Newsletter, Informationen für die Medien-Industrie