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24.09.2017

Das iPhone X mit vielen Neuerungen

22.09.2017
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Finanz-Vorstand von Axel Springer: Julian Deutz
Schon der Veranstaltungsort zeigte, wie wichtig das Event für Apple ist: Mit der Präsentation wurde heute auch das „Steve Jobs Theater“ eingeweiht. Der unterirdische Saal ist Teil des vor kurzem fertiggestellten neuen Firmensitzes rund 70 Kilometer südlich von San Francisco.
Doch nun gleich zum Kern des Interesses der wohl meisten Apple-Fans: Der Konzern will mit einem radikal erneuerten iPhone einen neuen Standard im Smartphone-Geschäft setzen. Beim iPhone X (steht für 10, nicht den Buchstaben X) füllt der Bildschirm den Großteil der Frontseite aus und der Fingerabdruck-Scanner wurde durch Gesichtserkennung abgelöst. Mit einem US-Startpreis von 999 Dollar ist es deutlich teurer als bisherige iPhone-Modelle und kommt erst am 3. November auf den Markt. Noch tiefer müssen europäische Kunden in die Taschen greifen: Die Preisspanne für das iPhone X startet in Europa bei 1149 Euro. Im Phone X findet ein Display mit einer Diagonale von 5,8 Zoll - mehr als beim aktuellen Plus-Modell - in einem Gehäuse Platz, dass nur unwesentlich größer ist als das aktuelle „kleine“ iPhone 7. Auch andere Smartphone-Anbieter setzen darauf, möglichst ohne Bildschirmränder auszukommen. Designs in diese Richtung stellten unter anderem der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi, Weltmarktführer Samsung und das Start-up Essential von Android-Erfinder Andy Rubin vor. Zugleich sagte Apple-Chef Tim Cook, das iPhone X solle die Marschrichtung für die Branche für das nächste Jahrzehnt vorgeben.
Mit dem größeren Display ist kein Platz mehr für den gewohnten Home-Button, mit dem man aus jeder Anwendung in das Hauptmenü mit den App-Symbolen zurückkehren konnte. Für diese Funktion wischt man jetzt stattdessen mit dem Bildschirm vom unteren Bildschirmrand hoch. Die Gesichtserkennung Face ID ist mit mehreren verschiedenen Sensoren dreidimensional, damit die Technologie nicht etwa mit einem Foto ausgetrickst werden kann. Samsung musste hämische Kommentare einstecken, als das Journalisten bei einem Modell gelang.

Das Telefon lässt sich durch keine Bärte austricksen
Die Apple-Software passe sich auch an Veränderungen des Gesichts an - etwa wenn der Nutzer sich einen Bart wachsen lasse, sagte Marketingchef Phil Schiller bei der Präsentation im neuen Hauptquartier in Cupertino. Die Daten werden mit Hilfe künstlicher Intelligenz direkt auf dem Gerät ausgewertet. Dank der Analyse soll das Telefon den Nutzer auch mit verschiedenen Frisuren und zum Beispiel mit und ohne Brille erkennen.
Die Gesichtserkennung ersetzt den Fingerabdruck-Scanner nicht nur zur Entsperrung der Telefone, sondern unter anderem auch für das Bezahlsystem Apple Pay. Ein verspielter Nebeneffekt der Technologie sind animierte Emoji, die in Echtzeit die Mimik des Nutzers übernehmen. Außerdem erlauben die Sensoren, die das Display für einen schmalen Streifen am oberen Bildschirmrand unterbrechen, bessere Selfies.
Das iPhone X kann kabellos aufgeladen werden und ist mit drahtlosen

Ladegeräten des Qi-Standards kompatibel.
Zudem gibt es eine Weiterentwicklung der iPhones im bisherigen Format - die Modelle iPhone 8 und 8 Plus in den beiden Größen mit bisherigen Abmessungen. Sie bleiben äußerlich weitgehend beim gleichen Design, bekamen aber unter anderem wie gewohnt deutlich leistungsfähigere Chips und Kameras. Auch sie können kabellos aufgeladen werden. Das iPhone 8 hält in etwa das Preisniveau bisheriger Modelle und kommt im September auf den Markt. Die Verzögerungen beim iPhone X waren nach Medienberichten bereits erwartet worden.
Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und bringt über die Hälfte der Erlöse des Konzerns ein. Während rund 85 Prozent der Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android laufen, landet bei Apple dank der hochlukrativen iPhones der Großteil der Gewinne der gesamten Branche.
Als weitere Neuerung macht Apple seine Computer-Uhr mit einem Mobilfunk-Anschluss unabhängiger vom iPhone. Die dritte Generation des vor rund zweieinhalb Jahren gestarteten Apple Watch kann nun direkt ins LTE-Datennetz gehen. „Das war unsere Vision von Anfang an“, sagte Apple-Manager Jeff Williams. Dabei soll man auch auf der Uhr unter der Telefonnummer des Handys erreichbar sein.
Apple Watch wird als Verkaufsschlager verkauft
Dabei sei die zusätzliche Technik im Gehäuse mit unveränderter Größe untergebracht worden, betonte Williams. Dafür seien zum Beispiel die Antennen direkt ins Display integriert worden. Eine umprogrammierbare SIM-Karte für den Mobilfunk-Anschluss wurde fest im Gerät verbaut. Williams demonstrierte die Funktion mit einem Anruf auf der Uhr einer Mitarbeiterin, die gerade mitten auf einem See paddelte.
Die Apple Watch war seit dem Start im Frühjahr 2015 die bestverkaufte Computer-Uhr. Jetzt sei sie auch die Nummer eins unter den Uhrenmarken insgesamt, sagte Apple-Chef Cook. Offen blieb dabei, ob nach Stückzahlen, oder - wahrscheinlicher - nach Umsatz. Der Konzern nennt weiterhin keine Verkaufszahlen. Cook sagte lediglich, dass im vergangenen Quartal der Absatz im Jahresvergleich um 50 Prozent gestiegen sei.
Die Apple Watch wird zudem mehr Informationen zum Puls anzeigen und die Nutzer warnen, wenn der Herzschlag zu schnell ist. Daten des Geräts sollen zudem im Rahmen einer Studie helfen, Herzrhythmus-Störungen zu erkennen.
Wie erwartet stellte Apple auch eine neue Version der Fernsehbox Apple TV vor, die schärfere Videobilder in hoher 4K-Auflösung unterstützt.

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Projektmanagement mit Office 365

22.09.2017
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Um Sie in der Projektarbeit zu unterstützen, bietet Office 365 viele Tools für Kommunikation und Kollaboration. Aber auch für das Projektmanagement stellt die Microsoft Plattform Lösungen zur Verfügung. Die bekannteste Projektmanagement-Lösung aus dem Hause Microsoft ist sicherlich MS Project. Dazu bietet Office 365 auf Basis von SharePoint Online die Project Online Plattform. Darüber können Sie Ihre Projekte zentral verwalten und in SharePoint-Websites zusammen­arbeiten.
Vergangenes Jahr wurde dann Planner veröffentlicht, womit vor allem agile Projekte im Aufgabenmanagement unterstützt werden sollen. Heuer ist nun Project Service Automation für Dynamics 365 (PSA) veröffentlicht worden.
Diese 3 Tools bieten Ihnen nun verschiedenste Möglichkeiten Ihre Projekte zu verwalten, decken dabei aber auch unterschiedliche Anforderungen ab. Im Folgenden habe ich einige Anforderungen aufgelistet und möchte Ihnen einen Überblick bieten, welche der Lösungen welche Anforderungen
erfüllt.
Gegenüberstellung: Planner vs. Project
Online vs. Project Service Automation
Fazit: Welches Tool passt am besten für meine Projekte?
Wie Sie sehen, bieten Project Online und Project Service Automation klassische Projektmanagement-Funktionen, zum Beispiel ein Gantt Chart für die Aufgabenplanung und eine Ressourcenplanung. Genau die Funktionen, die ein Projektleiter von einem Projektmanagement-Tool erwartet. Generell sind sich die beiden Anwendungen ähnlich.
PSA, als CRM-App, geht dann jedoch noch ein Stück weiter und bezieht den Vertrieb mit ein. PSA unterstützt daher auch den Vertriebsprozess vor dem Projekt und die Verrechnung von Projektleistungen an den Kunden. Dafür muss man in PSA ohne Integration mit SharePoint und somit ohne Kollaborationstools auskommen. Hierfür muss man sich eine eigene Integration zu SharePoint schaffen, was mit den verfügbaren Schnittstellen auch problemlos machbar ist.
Planner geht einen anderen Weg und legt den Fokus auf die Bearbeitung von Aufgaben und auf die Zusammenarbeit. Es gibt in Planner keine zusätzlichen Funktionen oder Dashboards für Projektmanager. Für die Projektmitarbeiter bietet Planner aber ein sehr einfaches und schnelles Userinterface und eine übersichtliche Darstellung aller Aufgaben in den frei definierbaren Buckets. Checklisten, eine Kommentarfunktion und Drag & Drop, wie in Planner, sucht man in Project Online und Project Service Automation vergeblich.
Sie wollen mehr Details zum Thema?
Sehen Sie sich direkt unten unser Webinar „Projektmanagement mit Office 365“ an.
-Andreas Thumfart-

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Digitale Verlagsinnovation planbar gestalten

22.09.2017
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Am Beginn einer Zusammenarbeit mit einem Kunden steht eine lupenreine Prozess-Analyse. ProcSet verfügt über ein umfassendes Wissen im Bereich der PDF- und PostScript-Technologie. Dabei werden über die bewährte Kooperation mit Adobe und callas hochintegrierte PDF-Lösungen eingebunden. ProcSet ist seit 2006 Lizenznehmer der Adobe PDF Library und seit 2007 Lizenznehmer der callas pdf-Toolbox.
Ein Alleinstellungsmerkmal in der Branche, das kontinuierliche Weiterentwicklung garantiert.
ProcSet Workflow Solution
Die Optimierung des Verlagsproduktion-Vorstufen-Workflows hat bei nahezu allen Verlagen und Medienhäusern hohe Priorität. Die Komplettlösung für eine moderne, hochautomatisierte und vernetzte Verlagsproduktion ist heute unverzichtbar, um eine aktuelle, sichere und vor allem wirtschaftliche multimediale Medienproduktion zu gewährleisten.
ProcSet bietet mit der Digitalen Auftragsmappe für Anzeigenmotive, mit der sich die Arbeitsorganisation im höchsten Maße rationalisieren lässt, eine hochintegrierte Software-Lösung an. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Automatisierung der Produktionsprozesse und in der optimalen Vernetzung der Teams. Jeder Mitarbeiter findet in seiner Rolle eine Umgebung vor, die ihm ein müheloses Erledigen seiner täglichen Aufgaben ermöglicht. Alle Arbeitsschritte finden im Web-Browser statt, also in einer vertrauten und leicht bedienbaren Oberfläche.
Die Entwicklung begann 2003 und wurde kontinuierlich vorangetrieben.
Besonderheiten:
- Es wurde von Anfang an auf eine webbasierte Benutzeroberfläche gesetzt
- Die Oberfläche kann nahtlos in kaufmännische Systeme integriert werden.
Das erleichtert den Mediaberatern die Übernahme von Aufgaben, die sonst in der Technik (Vorstufe, Satz) angesiedelt sind,  wie Verknüpfung von Vollvorlagen und Vorbereiten der digitalen Auftragsmappe für den Satz.
Beispiele für die Integration: SAP IS-M/AM, alfa AdSuite, HUP advantage
-  Die tiefe Integration der PDF- und PostScript-Technologien von callas und Adobe
- Die einfache browserbasierte Workflow-Konfiguration, die der Kunde auch selbst vornehmen kann und die ihn flexibel und unabhängig macht.
Dies führt zu reduzierten  Projektkosten.
Unterstützung von Kunden
Kunden und Agenturen können über ein Anzeigen-Portal mit dem Verlag kommunizieren, auftragsbezogene Motive hochladen und Korrekturabzüge bearbeiten.

Prüfbericht im Portal
Hierfür wurde von ProcSet die Portalkomponente „Common View“ entwickelt.
Nach dem Hochladen der Datei finden im ProcSet-System eine automatische Verknüpfung mit dem Auftrag und ein anschließender Preflight-Check statt.
Der Kunde sieht dann kurze Zeit nach dem Motiv-Upload das Prüfergebnis und einen Softproof im Web-Portal und kann damit unmittelbar den Produktions-Status erkennen.

Systemdesign
Großen Wert legen die Entwickler von ProcSet Media Solutions auf ein nachhaltiges Systemdesign.
So wurde mit Einführung der Major-Release 4 eine optimierte Ansteuerung der Grafikprozessoren, die für die Prüfung, Korrektur und Konvertierung von Grafik- und Bildformaten zuständig sind. Das Herauslösen der Grafikprozessoren aus dem Applicationserver führt zur bessere Skalierbarkeit und erhöhter Performance, was insbesondere bei großen Installationen von Vorteil ist.
Die voranschreitende Vereinheitlichung der Produktionsprozesse in den Verlagen führt zu immer größeren Anforderungen, die nur erfüllt
werden können, wenn die Systemarchitektur auf einer soliden und modernen softwaretechnischen Basis beruht.
Die ProcSet Workflow Solution ist sowohl als Komplett- als auch Teil-Lösung einsetzbar und somit auch hervorragend als Ergänzung von bestehenden Produktionsumgebungen geeignet. Typische Beispiele hierfür sind die Prüfung,
Korrektur  und Konvertierung von Anzeigen und Seiten im PDF-, PostScript- und Bild-Formaten, der Austausch von Druckunterlagen und Korrekturabzügen über Internet oder Verteilung und Austausch von Satzaufträgen mit Dienstleistern.

Referenzen
Renommierte Medienhäuser arbeiten mit den Lösungen von ProcSet.
In Deutschland sind es z.B. die Süddeutsche Zeitung, Axel Springer SE, die Südwest Presse und die Badischen Neuesten Nachrichten.
Mit der Regional Media Austria produziert der größte österreichische Wochenblattverlag 127 Wochenzeitungen, und in der Tschechischen Republik setzt seit vielen Jahren die VLTAVA LABE MEDIA a.s.  in Prag auf die Kompetenz des Berliner Softwarehauses.

PAPER.plus – Per Click von Print zu Online mit Augmented Reality
Multimediales Publizieren wird mit PAPER.plus mit Leben erfüllt. Einfach, überzeugend und wirkungsvoll. Im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Unternehmen SAPRO, einer 100%igen Tochter des Mittelrhein-Verlags, wurde vor zwei Jahren damit begonnen, mit Augmented Reality zu beschäftigen.
Mittlerweile ist ein ausgereiftes Produkt entstanden, das z.B. von der Rheinzeitung, dem Verlag für Anzeigenblätter (Lokalanzeiger) und der Wittich Medien KG und dem PreMedia Newsletter aktiv  genutzt wird.
Das Backend besteht aus einem Content Management System und einem Editor, dem PAPER.plus-Composer. Es wird als SaaS-Lösung in der Cloud zur Verfügung gestellt. Somit ist keine Installation erforderlich, und es kann nach Freischaltung eines Accounts sofort begonnen werden.

Online-Erweiterung gedruckter Artikel
Gedruckte Artikel lassen sich um Videos, Bildergalerien und Verweise auf weiteren Online-Content erweitern. Als Folge ergeben sich zusätzliche Zugriffe auf die Online-Präsenz der Publikation.
Darüber hinaus sind jetzt auf einfache Weise Aktualisierungen von gedruckten Informationen möglich.

Print-Werbung in neuer Dimension
Inserenten bieten ihrer Zielgruppe interessante Zusatzinformationen wie 360°-Bilder, Videos und Produktinformationen an. Eine Vielzahl an Kommunikations-Buttons wie zum Beispiel E-Mail, SMS und Wegbeschreibungen ermöglichen eine schnelle und bequeme Kontaktaufnahme.

Kürzeste Implementierungszeiten mit ProcSet und SAPRO
Beeindruckend ist dabei die kurze Implementierungszeit von PAPER.plus. Beim PreMedia Newsletter war die Erstpräsentation auf der WAN-IFRA-Expo in Wien am SAPRO-Messestand professionell vorbereitet und in der Praxis überzeugend. Die Entscheidung für den Einsatz von PAPER.plus ist sofort vor Ort im Oktober 2016 gefallen.
Die Realisierung beim PreMedia Newsletter war Anfang Dezember 2016 abgeschlossen und erste Anzeigen-Motive konnten mit AR-Funktionalitäten mit hinterlegten Kontaktdaten des Anzeigenkunden oder auch Videos publiziert werden.
Ab März 2017 konnten auch redaktionelle Beiträge mit Augmented Reality-Funktionen publiziert werden. Der Implementierungsaufwand beim Verlag ist minimal; der SAPRO-Full-Service bei der Umstellung und beim fortlaufenden Betrieb ist dabei sehr überzeugend.
Multimediales Publizieren kann so einfach und überzeugend angeboten werden.
ProcSet bietet ein umfassendes Dienstleistungsangebot bis hin zum umfassenden Cloud-Service an. Über PAPER.plus können Sie mehr über dieses Angebot erfahren.           
 -karma-

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Kampf gegen die Internet-Giganten

22.09.2017
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Sie fordert Mut, Haltung und Selbstbewusstsein bei den Verlagen und der werbetreibenden Wirtschaft ein. Julia Jäkel, seit vier Jahren Verlagschefin von Gruner + Jahr, hat an das Verantwortungsbewusstsein der deutschen Wirtschaft in Bezug auf US-Riesen wie Facebook und Google appelliert. „Ich möchte mit der Wirtschaft über unsere Haltung nachdenken zu den globalen Onlineplayern. Da geht es für uns alle um die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen - und welche Rolle Medien darin spielen“, sagte sie in einem Interview mit dem „Handelsblatt“.
Mit Blick auf den Werbemarkt müssten sich alle „wieder ein bisschen mehr darüber bewusst sein, dass sie mit jedem Euro, den sie ausgeben, gesellschaftliche Entscheidungen treffen“, so Jäkel. „Geben sie das Geld an Medien, die ihre Inhalte aufwändig erarbeiten und Beiträge zur öffentlichen Meinungsbildung liefern - oder nur in Kanäle, die keine eigenen Inhalte erzeugen. Ich kritisiere nicht, wenn jemand auf Facebook wirbt. Natürlich nicht, das tun wir auch. Ich kritisiere aber, wenn Marketinggeld zuallererst als Kostenposition des Einkaufs behandelt oder vollkommen übertrieben einfach dort hingeschoben wird, wo es gerade modern zu sein scheint.“
Es gebe große Unterschiede zwischen „oft krudem ‚user generated‘ Content und unabhängigem qualitativ hochwertigem Journalismus“, betonte Jäkel im „Handelsblatt“ und verweist auf einen großen Zusammenhang: „Wenn wir es übertreiben, dann dürfen wir uns in fünf oder zehn Jahren nicht wundern, wenn unsere gesamte Medienlandschaft eine andere geworden ist. Die Krise der demokratischen Öffentlichkeit und das eigene Verhalten gehörten dann direkt zusammen.“
Doch will Jäkel mit ihrem flammenden Appell in Wirklichkeit die Wirtschaft nur daran erinnern, mal wieder bei Gruner + Jahr zu werben? Das wäre „ganz schön durchsichtig“, meint die Verlagschefin. Stattdessen könnten ihrer Meinung nach sämtliche Verlage in Deutschland selbstbewusst darauf aufmerksam machen, „dass sie es sind, die einen wichtigen Teil des öffentlichen Diskurses in unserem Land gestalten.“ In den USA erlebe man bereits eine „Verödung regionaler Meinungsvielfalt, verbale Exzesse bis in die seriösen TV-Kanäle hinein, gesellschaftlichen Extremismus und einen Präsidenten, der regelmäßig die klassisch-investigativen Medien diffamiert - von ‚New York Times‘ bis CNN.“
Mit der Entwicklung von Gruner + Jahr zeigte sich Julia Jäkel indes im „Handelsblatt“-Interview zufrieden. Ein Viertel des Geschäfts sei inzwischen digital. „Unser Ziel ist es aber nicht, der digitalste Verlag zu werden. Ich wünsche mir auch weiterhin ein florierendes Magazingeschäft“, erklärte sie. „Wir sind gerne weiter ein Verlag und werfen unsere Überzeugungen nicht über Bord. Print hält sich sehr stabil, und daneben entstehen ganz neue G+J-Bereiche: mit Schöner-Wohnen-Möbeln, einer Brigitte Academy oder Ad-Tech-Start-ups, die rasant wachsen.“

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