INFORMATIONEN FÜR DAS TOP-MANAGEMENT DER MEDIEN-INDUSTRIE
31.01.2023

Alles wird digital…

15.12.2022
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Bei meiner kürzlichen Reise in die USA  New York, Princeton, Baltimore, in Kanada, Toronto und  Brampton ist mir aufgefallen, dass die gedruckte Tageszeitung kaum mehr wahrnehmbar ist. Die Zustellung der „New York Times“ an den Abonnenten beispielsweise erfolgt, dass die eingeschweißte Tageszeitung einfach auf den Gehsteig vom Auto herausgeworfen wird. Jeder Passant könnte sie aufheben und mit sich nehmen. 
Das macht aber niemand. Diese Vertriebsform ist wohl grenzwertig im Sinne des für sein Print-Produkt zahlenden Kunden.
(Foto New York Times am Gehsteig)
Zeitungs-Kioske verkaufen alles, nur keine Tageszeitungen mehr. Selbst am Broadway, am Times Square in New York oder in Toronto Downtown am Eaton Center sucht man vergeblich nach Möglichkeiten, die gedruckte Zeitung kaufen zu können.
Anders sieht die Situation in beiden Staaten bei General-Interest- und Special-Interest-Zeitschriften aus. Eine Fülle über alle Interessensgebete hinweg steht beispielsweise Hunde- und Katzen-Liebhabern, Autofans, Sport-und  Flugzeug-Enthusiasten, Mode-Freaks etc. in höchster Zeitschriften-Qualität zur Verfügung.
Die Zeitung erreicht den – noch? – interessierten US-Leser fast ausschließlich über das im täglichen Leben rund um die Uhr allgegenwärtige Smartphone. Die Zahl der zahlenden US-Digital-Abonnenten eilt europäischen den europäischen Zeitungs-Absatzmärkten um Lichtjahre voraus. Die rund 50% Erlöse der „New York Times“ aus Digital-Angeboten sprechen eine deutliche Sprache.
Die erdrückende Vielfalt der rund um die Uhr laufenden TV-Kanäle verschiedenster Orientierung und politischer Ausrichtung stellt neben den Internet-Angeboten die Basis der an europäischen Verhältnissen unterentwickelten Breitenkommunikation dar.
Kommt diese Entwicklung auch zu den hochentwickelten Zeitungsregionen nach Europa?
Das wäre zu befürchten, dennoch ist es in dieser Ausprägung zu so einseitigem Medienkonsums vor Ort in West- und Mitteleuropa nicht zu erwarten, da dies das wirtschaftliche Ende der freien Tageszeitung bedeuten würde.
Mit gravierenden Folgen für eine atmende Demokratie der kritischen und freien Meinungsvielfalt.
Die Digitalisierung hat bereits in anderen Wirtschaftszweigen breiten Raum ergriffen. Am Beispiel des Flughafens Frankfurt musste ich feststellen, dass am zweitgrößten Flughafen nach London-Heathrow kein einziger! Personell besetzter Lufthansa-Schalter für eine Umbuchung Ende Oktober 2022 zur Verfügung stand. 
Das überfrachtete Lufthansa-Internetportal ist keine wirkliche Hilfe. Als 35 Jahre, bis zum heutigen Tage sehr zufriedener, treuer Lufthansa-Kunde, Senator-Status und heute Frequent-Traveller-Status, habe ich mich an den Frequent-Traveller-Service wenden wollen. Wartezeit mehrfach zwischen 28 und 50 Minuten bei grässlicher Wartemusik. Resultat am Ende der Wartezeit: „Danke, dass Sie gewartet haben. Aber für diese Frage bin ich nicht ausgebildet…“
Also – wieder zurück ins so unpraktisch und kundenfern aufgebaute, überforderte Lufthansa-Webportal…
In New York existiert auf Manhattan kein Stadtbüro der Lufthansa mehr… Self-check-in der Gepäckstücke mit allen real existierenden Fehlermöglichkeiten sind fast auf allen Flughäfen eine „Selbsverständlichkeit“ geworden.
Auch eine Erkenntnis, dass der persönliche Kontakt zum zahlenden Kunden gar nicht mehr gewollt ist. 
Seit diesem Zeitpunkt stehe ich den nachhaltigen Folgen der vollen Digitalisierung des täglichen Bedarfs als früher begeisterter Förderer dieser umfassenden elektronischen Möglichkeiten sehr kritisch beobachtend gegenüber. 
Wenn schon der gläserne Mensch und Bürger die nahe Zukunft unserer Gesellschaft sein soll, dann soll es wenigstens sicher und kundennah serviceorientiert funktionieren.
Bei der zwischenmenschlichen Kommunikation der dann nur mehr digital vernetzten Gesellschaft wird es dann sehr still werden. 
Einsam. Gespenstisch. Kalt. 
                                               -karma- 

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Serie an Großaufträgen setzt sich fort: Hankyung Media Group investiert in zwei neue COLORMAN e:line Anlagen

15.12.2022
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Die südkoreanische Hankyung Media Group, die u.a. den „The Korea Economic Daily“ druckt, investiert in ein umfassendes Zeitungsdruckmaschinen-Projekt bei manroland Goss. Damit entscheidet sich das traditionsreiche Medienunternehmen für höchste Druckqualität, schnellste Produktionsgeschwindigkeiten und Automatisierung State-of-the-Art. Das Kernstück der von Grund auf neu gebauten Druckerei bilden zwei hochautomatisierte COLORMAN e:line Maschinen, welche zukünftig den Druckmarkt in Südkorea mit qualitativ hochwertigsten Druckprodukten bedienen wird.
Hankyung Media Group setzt mit den neuen COLORMAN e:line Anlagen ein starkes Zeichen für die Zukunft des koreanischen Zeitungsmarkts
Modernste Automatisierungstechnologie schafft die Basis für die effiziente Abwicklung von Lohndruck-Aufträgen
Die COLORMAN e:line Technologie hebt den Qualitätsstandard in der koreanischen Zeitungsindustrie auf ein neues Level
Am neuen Produktionsstandort in Bupyeong National Industrial Complex in Incheon entsteht eine neue hochmoderne Druckerei auf einem 3.700 m² großen Grundstück. Dabei werden die Druckmaschinen durch einen sehr hohen Automatisierungsgrad und höchste Produktionsleistung auf Produktivität bei bester Druckqualität getrimmt.
Nach der Unterzeichnung des Vertrages im September 2022 ist Mr. Hyun, Executive Director, überzeugt: „Mit der Anschaffung der COLORMAN e:line verfügen wir zukünftig über die leistungsstärkste und am weitesten automatisierte Produktionsanlage für Tageszeitungen in Korea. Ein Hauptaugenmerk in diesem Projekt ist auch, dass die Ausgabe zum 60-jährigen Firmenjubiläum in 2024 die beste Druckqualität aller in Korea gedruckter Zeitungen haben wird. Mit diesen Eigenschaften bietet die Produktionsanlage natürlich auch für Lohndruck-Aufträge aus dem koreanischen Zeitungsmarkt viele attraktive Vorteile.“

Heiko Ritscher, Vertriebsleiter bei manroland Goss ergänzt: „Zwei Partner mit ähnlichen Zielen arbeiten in diesem Projekt zusammen. Einerseits das Management und Projektteam von „Hankyung“ mit einem Geschäftsmodell, das neben dem hochqualitativen Druck der eigenen Tageszeitung auch den Fokus darauf setzt, in den nächsten Jahren das größte Zeitungs-Lohndruck Unternehmen in Korea zu werden – dies als klares Bekenntnis zur Zukunft der gedruckten Tageszeitung als Nachrichtenkanal. Und manroland Goss, einem am Weltmarkt etablierten Lieferant und Service-Dienstleister für Weboffset Rotationsmaschinen, der klar darauf ausgerichtet ist, diese führende Position weiterhin zu festigen und auszubauen.“
High-Tech und High-Speed im Doppelpack made in Augsburg
Die Investition in die Zukunft zeichnet sich durch klare Projektziele aus. Dazu werden zwei manroland Goss Druckanlagen des Typs COLORMAN e:line zukünftig die auflagenstarke Wirtschaftszeitung „The Korea Economic Daily“ drucken. Die Anlagen bestehen aus jeweils sechs Druckeinheiten, sechs Rollenwechslern, zwei Falzapparaten und einem umfassenden Automatisierungspaket. Sicherheit für die Investition bietet die auf Langfristigkeit ausgerichtete und zuverlässige Service-Verfügbarkeit.
High-Tech und High-Speed sind bei der Ausführung „e:line“ Programm: die Produktion einer Anlage ist auf einen Output von 95.000 Exemplaren pro Stunde ausgelegt. Somit wartet die neue Druckerei der Hankyung Media Group insgesamt mit einem Produktionspotential von 190.000 Exemplaren pro Stunde auf. Das entspricht einer Produktion von bis zu einer Million Zeitungen pro Nacht. Das Ziel: Wirtschaftlichkeit mit reduzierten Stückkosten sowohl für große Auflagen als auch für kleinere Lohndruck-Auflagen – möglich dank des hohen Automatisierungsgrads.
COLORMAN e:line – überzeugend und leistungsstark in der Praxis
Eine Experten-Delegation aus Südkorea konnte sich bereits im Vorfeld von erfolgreich produzierenden Anlagen des gleichen Typs überzeugen. „Zur Entscheidung in diesem Großprojekt beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass wir die angebotenen Automatisierungs-Funktionen und das Leistungspotential beim Besuch von neuen COLORMAN e:line Anlagen mit der Projektgruppe hier in Deutschland vorführen konnten. Die Erfolgsgeschichte der COLORMAN e:line setzt sich damit auch im asiatischen Markt fort.“ so Alwin Stadler, Deputy Vice President Sales von manroland Goss.
Technisch ausgereift, hochautomatisiert und effizient – Hankyung Media Group und manroland Goss stellen in Südkorea die Weichen für eine wettbewerbsfähige Zeitungsproduktion auf „Zukunft“.

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Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten gewinnen dpa-infografik award 2022

15.12.2022
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Beim dpa-infografik award 2022
Mit einer Infografik zum Thema Lichtverschmutzung („Schutz der Nacht“) setzen sich die Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten beim dpa-infografik award 2022 in der Kategorie Medien durch. Den ersten Platz in der Kategorie Unternehmen belegt die Redact Kommunikation AG mit einer Arbeit über das Stromnetz in der Schweiz („Spannung pur“). Hinter dem Award steht die dpa-infografik GmbH als Tochterunternehmen der Deutschen Presse-Agentur. Knapp 150 Infografiken für Online und Print sind in diesem Jahr eingereicht worden - von Redaktionen, Unternehmen und Organisationen. Die Preisverleihung fand digital statt.
„Als Jury hatten wir das Privileg und die Freude, viele informative und handwerklich tolle Infografiken zu sichten und zu bewerten! Denn Infografiken sind oft kleine Kunstwerke, die noch dazu einen neuen Blick auf Themen und Ereignisse ermöglichen“, sagt Ira Kugel, Geschäftsführerin von dpa-infografik und Mitglied der Jury. „Mit Hilfe einer Infografik wie beispielsweise der Gewinner-Arbeit zum Thema Lichtverschmutzung kann es einer Redaktion gelingen, die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, die neben Krieg und Corona nicht so sehr im nachrichtlichen Mittelpunkt stehen, aber trotzdem eine hohe Relevanz haben.“
„Es ist großartig zu sehen, welche inhaltliche, technische und auch künstlerische Entwicklung das Format Infografik in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat. Aufwändige und detaillierte Inszenierungen, die Darstellungen riesiger Datenmengen mit Hilfe interaktiver Grafiken oder die künstlerische Reduzierung auf das absolut Notwendige sind nur einige Richtungen, die erwähnt werden müssen“, sagte Raimar Heber, Art Director bei dpa-infografik, der den Award 2008 erstmalig initiiert hat und Ende Februar in den Ruhestand geht. „Ich hoffe, dass wir mit unserem Award insgesamt zu einem höheren Stellenwert von Infografiken im Journalismus 
beitragen.“
In Zusammenhang mit der Sieger-Grafik in der Kategorie Medien erläuterte Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin, in einer Keynote, warum Lichtverschmutzung mittlerweile ein gesellschaftliches und ökologisches Problem ist: Schlafstörungen beim Menschen, Insektensterben, Vertreibung und Beeinträchtigung von Tieren in städtischen Lebensräumen. „Infografiken wie die der Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten können einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung leisten“, so Experte Horn.
Die Platzierungen
Kategorie 1:
Infografiken in nachrichtlichen Medien

Platz 1
Stuttgarter Zeitung | Stuttgarter Nachrichten
„Schutz der Nacht“
Credits: Oliver Biwer

Platz 2
ZEIT ONLINE
„Was man in Deutschland wo verdient“
Credits: Paul Blickle, Annick Ehmann, Christian Endt, David Gutensohn, Carla Grefe-Huge, Valentin Peter, David Schach, Julian Stahnke, Julius Tröger, Benja Zehr
Platz 3
Süddeutsche Zeitung
„Nicht ganz dicht im Kopf“
Credits: Julia Sc

Kategorie 2:
Infografiken von Unternehmen, Institutionen, NGOs, Behörden, Stiftungen oder anderen Organisationen

Platz 1
Redact Kommunikation AG
„Spannung pur“
Credits: Daniel Röttele, Tamara Tiefenauer, Nicole Senn
Platz 2
Superdot Studio
„Modular Information Design“
Credits: Nicole Lachenmeier, Darjan Hil

Platz 3
KUKA Systems GmbH
„Automatisierter modularer Hausbau“
Credits: Oliver Biwer, Florian Klauke


Die Jury
Carsten Haar, Leiter Kreation, familie redlich AG
Gabriele Heinzel, Graphic Recording & Business Illustration
Ira Kugel, Geschäftsführerin dpa-infografik
Arne Kulf, freiberuflicher Motion Designer & Illustrator
Christian Schlippes, Head of Infographic, Berliner Morgenpost

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20 Millionen neue „Qualitäts-Journalismus-Förderung“ sind in Begutachtung

15.12.2022
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Medienministerin Susanne Raab (ÖVP, links im Bild) und die Grüne Klubobfrau Sigrid Maurer bei der Präsentation des Medienpakets

Das Medienministerium im Bundeskanzleramt hat Gesetzesentwürfe für die neue Journalismusförderung von 20 Millionen Euro pro Jahr für Textmedien sowie eine Novelle des Medientransparenzgesetzes mit neuen Regeln für Regierungswerbung in Begutachtung geschickt und Freitagabend an Interessenvertretungen und andere, potenziell betroffene Organisationen versandt. – Ein Monat nach der Präsentation der Pläne Anfang Oktober. Die Neuerungen sollen nun laut Entwurf mit 1. Juli 2023 in Kraft treten.


Die geplante Journalismusförderung

Die neue, vorerst geplante „Förderung des qualitätsvollen Journalismus in Medien des Print- und Online-Bereichs“ muss jedenfalls von der EU-Kommission auf ihre Vereinbarkeit mit den Beihilferegeln der Union geprüft und akzeptiert werden. Neu ist die Förderung reiner Onlinemedien und von seltener als wöchentlich erscheinenden Titeln (abgesehen von der überschaubaren Publizistikförderung).

Ausschlussgründe sind – wie bei der Digitaltransformationsförderung – Aufrufe zum gewaltsamen Kampf gegen Demokratie und Rechtsstaat, Befürwordung von Gewalt gegen Menschen als Mittel der Politik, wiederholte Aufforderung zur Missachtung der Rechtsordnung oder Aufstachelung zu Hass und Gewalt, ebenso Verurteilungen der Medienmacher nach dem Verbotsgesetz. Diese Ausschlussgründe gelten künftig laut Entwurf auch für die bestehende Presseförderung.


Die Eckpunkte der Förderung:

Gefördert werden „textbasierte Nachrichtenmedien“ in Print von täglich bis monatlich und – erstmals auch – Online. Die Bedingungen für Onlinemedien wurden gegenüber den Plänen von Anfang Oktober noch etwas gelockert: Sie müssen nun 30 Millionen Zeichen neue redaktionelle Inhalte pro Jahr veröffentlichen, vor einem Monat war noch von 40 Millionen Zeichen die Rede. Zumindest die Hälfte des Inhalts muss redaktionell gestaltet sein. Onlinemedien müssen zumindest 300.000 Unique User pro Monat haben. Und Medien grundsätzlich zumindest drei Redakteurinnen oder Redakteure, die nach Journalismus-Kollektivvertrag oder „vergleichbaren“ KVs oder zu vergleichbaren Konditionen/Gehältern angestellt sind.

Medien von Parteien können nicht gefördert werden, solche von Kirchen und Religionsgemeinschaften schon.

Im Gegensatz zur Presseförderung gibt es diese Journalismusförderung auch für Gratismedien.

- 15 Millionen Euro von insgesamt 20 fördern journalistische Arbeitsplätze. 8000 Euro pro Kopf gibt es für die ersten 30 Journalistinnen und Journalisten bei einem Medium. 4500 Euro für die weiteren bis 150. Darüber gibt es 3000 Euro pro Kopf. Für angestellte Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten gibt es 10.000 Euro pro Kopf (bisher über die Presseförderung unterstützt). 

- Bis zu zehn Prozent Bonus gibt es auf diese Pro-Kopf-Förderung für Redaktionsstatute, Fehlermanagementsysteme, Qualitätssicherungssysteme und systematische Frauenförderung.

- 2,5 Millionen Euro „Inhaltsvielfalts-Förderung“ gibt es laut Begutachtungsentwurf für regionale Berichterstattung und internationale Berichterstattung sowie der EU-Berichterstattung.

- 1,5 Millionen gibt es für Aus- und Weiterbildung, davon 900.000 für Einrichtungen der berufsbegleitenden Aus- und Fortbildung; 600.000 für berufsbegleitende Aus- und Fortbildung und Nachwuchs in Redaktionen. 

- 750.000 Euro sind für „Medienkompetenz-Förderung“ vorgesehen, je die Hälfte für „repräsentativer Medienpädagogikeinrichtungen“ (bis zur Hälfte ihrer Aufwendungen wird gefördert, andere öffentliche Förderungen müssen eingerechnet werden) und für Gratis-Abos für Schulen, die bisher von der Presseförderung subventioniert werden.

- 150.000 Euro gibt es für Selbstkontrolleinrichtungen der Branche wie den Presserat

- 50.000 für Presseclubs

- 50.000 gibt es für Medienforschung, etwas weniger als bisher über die Presseförderung.

Aus der weiter bestehenden Presseförderung für Tages- und Wochenzeitungen wird die sogenannte Qualitätsförderung in die neue Journalismusförderung verlegt. Sie umfasste 2022 1,56 Millionen Euro von insgesamt 8,9 Millionen Euro Presseförderung. Da gingen etwa 608.400 Euro an Journalismusausbildungsinstitutionen, 150.000 an Selbstkontrolle, 517.199 an Medienpädagogikeinrichtungen („Mischa“ des Zeitugnsverbands VÖZ) und Freiexemplare von Tages- und Wochenzeitungen, 138.601 an redaktionelle Ausbildung von Nachwuchs. Auslandskorrespondentinnen wurden 2022 mit insgesamt 200.000 Euro gefördert.

Die Förderung wird, wie die Presseförderung, von der weisungsfreien Medienbehörde KommAustria vergeben. Der Geschäftsführer der RTR GmbH vergibt die übrigen Medienförderungen: die Digitaltransformationsförderung (2022: 54 Millionen, danach jährlich 20), Privatrundfunkförderung (20 Millionen für kommerzielle Sender, fünf für nichtkommerzielle), Fernsehfonds (13,5 Millionen für Produktionen).


Neue Regeln für Regierungswerbung

Mit der neuen Journalismusförderung gehen auch neue Regeln für Werbung öffentlicher Stellen in Begutachtung. Ausnahmen von der vierteljährlichen Meldepflicht an die KommAustria für nicht periodische Medien werden gestrichen und etwa auch Plakatwerbung erfasst. Ebenso müssen künftig Buchungen unter 5000 Euro pro Quartal gemeldet werden, über 5000 Euro müssen die gebuchten Sujets mitgemeldet werden. Neu ist auch die Meldepflicht für Sponsorings öffentlicher Stellen.

Kampagnen mit mehr als 150.000 Euro Buchungsvolumen müssen auf der Einstiegs-Website der jeweiligen öffentlichen Stelle ein Jahr lang abrufbar erklärt werden – Zielgruppen, Inhalte, Agentur oder zuständige interne Abteilung, Begründungen für die Medienauswahl.

Für Kampagnen mit mehr als 750.000 Euro Volumen müssen zudem – extern oder intern – Wirkungsanalysen erstellt und veröffentlicht werden.

Eine Obergrenze für Werbung von öffentlichen Stellen, wie im Vorfeld diskutiert, ist nicht vorgesehen.

Die KommAustria und die sie unterstütztende RTR GmbH müssen die Daten künftig „rasch auffindbar und einfach handhabbar veröffentlichen“, vergleichbar mit früheren Meldungen und möglichst „eindeutig“ visualisiert. Die bisher vorgeschriebene Löschung der Daten nach zwei Jahren entfällt.

Die Strafen für Nicht- oder Falschmeldung von Werbebuchungen werden von 20.000 auf 50.000 Euro, im Wiederholungsfall von 60.000 auf 100.000 Euro erhöht. 


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