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16.10.2018

Es geht um die Freiheit der Meinung

25.09.2018
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Karl Malik
Das Urheber-Recht an das digitale Zeitalter anzupassen, ist für die Verlage zur Überlebensfrage mutiert. Nicht mehr und nicht weniger als die Pressefreiheit steht dabei auf dem Spiel. Wenn sich die Zeitungen keine Journalisten mehr leisten können, dann ist die demokratische Grundordnung in höchster Gefahr. 
Bei den Brüsseler Politikern prasseln täglich e-Mails, Briefe und Twitter-Nachrichten ein. Journalisten aus über 20 Ländern haben einen Brief unterschrieben, der die dringend notwendige Novellierung des Urheberrechtes in der EU einfordert. Allerdings mahlen die Brüsseler Mühlen sehr langsam, vielleicht zu langsam? 
Nachdem die Europäische Kommission und der Rat der EU bereits ihre Positionen festgelegt haben, wartet Europa auf ein Verhandlungsmandat des Parlaments.  Ein erster Versuch dazu scheiterte Anfang Juli 2018.Die Abgeordneten konnten sich nicht auf eine Position einigen. Man vereinbarte lediglich eine neue Beratungsrunde. Internet-Aktivisten protestierten im Vorfeld massiv gegen das EU-Leistungsschutzrecht. Man sah „die Freiheit des Netzes“ in höchster Gefahr. 
Der Hauptgeschäftsführer von des Digitalverbandes Bitkom, Berhard Rohleder, sieht darin einen Versuch, die digitale Uhr zurückzudrehen und traditionelle Industrien zu schützen.  
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitungsverleger halten mit ganzseitigen Anzeigen gegen die Ausbeutung ihrer mit viel Kompetenz recherchierten und von digitalen Plattformen wie Google, Facebook & Co. gratis vermarkteter Inhalte. dagegen. Mit Argumenten.
Allerdings verstörende Argumente aus der Internet-Welt: Wenn Bernd Rohleder weiter ausführt, dass „Mit dem Leistungsschutzrecht setzt die EU auf ein Instrument, das in Deutschland seine völlige Wirkungslosigkeit bereits bewiesen hat und den Verlagen weder eine neue Erlösquelle erschließt, noch sie bei der digitalen Transformation unterstützt.“ Der Bundesverband Deutsche Start-ups befürchtet Nachteile für kleine Unternehmen, die sich Zahlungen nach dem Leistungsschutzrecht nicht leisten könnten, was Innovationen behindern würde.
Eine ungewöhnlich dreiste Darstellung des Sachverhaltes zum Schutz des geistigen Eigentums. Vergleichbar mit einem  Jung-Taxi-Unternehmer, der sich erst ein Auto klauen muss, um sein Unternehmen betreiben zu können.
Es geht um einen fairen, offensiven Umgang miteinander. Für Information und Kommunikation muss genau so bezahlt werden, wie beim Supermarkt oder an der Tankstelle. Niemand würde dort gratis „kaufen“ wollen.
Wir alle dürfen nicht auf die EU-Bürokraten hoffen. Dieser Prozess kann noch Jahre dauern.
Es geht darum, was jeder von uns persönlich für freie Medien zu leisten bereit ist. Dem Kauf der Zeitung, Magazin, Buch gedruckt oder digital publiziert: Dann ist von der Quelle her ein fairer Beitrag geleistet. Brüssel kann in dieser Frage scheitern.  Die freien Medien dürfen es nicht. 
Um der Zukunft freier Medien willen - helfen Sie jeder für sich bitte mit!
Ihr
Prof. Ing. Karl Malik
Karl.Malik@premedianewsletter.de   

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