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19.04.2019

Das Aktuelle Medieninterview – Wirtschaftliche Prozessintegration als Erfolgsfaktor

08.04.2019
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Seit mehr als 35 Jahren schafft ppi Media verlässliche und nachhaltige Softwarelösungen für die Produktion von Zeitungen und Zeitschriften. In ganz Europa und weltweit – etwa in den USA und Indien – werden ppi-Lösungen in der Praxis eingesetzt. Standorte in Chicago, Hamburg und Kiel sorgen für die weltweite zu über 100 Zeitungskunden in 19 Ländern. Anfang des Jahres übernahmen die Geschäftsführer von ppi Media sämtliche Unternehmensanteile im Rahmen eines Management-Buyout. PreMedia Newsletter im Gespräch mit Dr. Hauke Berndt, CEO von ppi Media GmbH.

PreMedia Newsletter: 
Hr. Dr. Berndt, das erste Quartal 2019 nach dem Management-Buy-out durch Sie und Ihre Kollegen liegt hinter uns. Was wird sich durch diese neuen Strukturen bei ppi Media verändern?

Dr. Hauke Berndt: 
Hr. Malik, eine ganze Menge: Zum einen führen wir den seit 2016 begonnenen Veränderungsprozess konsequent fort. Der eigens dazu gegründete Bereich Business Transformation unterstützt uns bei der Umsetzung unserer Unternehmensziele. Die Medienbranche und damit die Mehrheit unserer Kunden befindet sich in einem an Geschwindigkeit zunehmenden Transformationsprozess. Als einer der großen Dienstleister unterstützen wir unsere Kunden auf diesem Weg. Mit der Trennung von unserem ehemaligen Gesellschafter können wir uns noch fokussierter auf die Anforderungen unserer Kunden konzentrieren.
Auf der anderen Seite bewahren wir neben den erforderlichen Veränderungen die Werte, die uns seit vielen Jahren auszeichnen: Wir stehen für innovative Lösungen, die unseren Kunden echte Mehrwerte liefern. Wir garantieren zudem hohe Servicequalität und Verlässlichkeit.

PreMedia Newsletter: 
ppi Media steht für planbare, sichere Prozesse in der Zeitungs- und Zeitschriftenproduktion zur Steigerung von Transparenz und Wirtschaftlichkeit. Welche Weiterentwicklung darf dazu die Branche dazu erwarten?

Dr. Hauke Berndt: 
Die Konsolidierung bei unseren Kunden hält an. Die Themen Automatisierung und Vernetzung stehen deshalb bei uns weiterhin im Vordergrund. Mit Konzepten der „Industrie 4.0“ und Fokus auf der Integration aller eingesetzten Systeme entlang der Wertschöpfungskette sind wir gerade in den USA unter dem Schlagwort „Digital Assembly Line“ sehr erfolgreich. Dort haben wir in unserem bisher größten Ausgabesteuerungsprojekt beim Kunden Advanced Local die Produktionssteuerung aller Druckstandorte auf einem zentralen System zusammengeführt. Mit vier neuen Projekten in Deutschland, USA und Norwegen war 2018 aber auch für unsere Redaktionslösung Content-X, die wir zusammen mit unserem Partner Digital Collections entwickeln, sehr erfolgreich. 

PreMedia Newsletter: 
Content-X bietet ja für den Anwender eine sehr rasche Einführungsphase mit deutlich geringerem Schulungsaufwand bei der Go-live-Phase bei den Anwendern. Was sind dabei die wesentlichen Faktoren dafür?

Dr. Hauke Berndt: 
Keep it simple! Anwender sind heute von der Komplexität der Systeme häufig überfordert. Mit Content-X haben wir von Beginn an auf einfache Installation, Konfiguration und Bedienung gesetzt. So können wir in Projekten meist innerhalb einer Woche bereits erste Inhalte im Layout des Kunden produzieren. Statt aufwendiger Spezifikationen können wir in enger Kooperation mit dem Kunden Projekte nach agilen Methoden direkt am laufenden System umsetzen. Damit können wir die Time-to-Market und auch die Projektaufwände erheblich reduzieren.

PreMedia Newsletter: 
Was wird mit dem ppi Eco System an Funktionsbreite und Integrationstiefe angeboten?

Dr. Hauke Berndt: 
Wir feiern in diesem Jahr unser 35jähriges Firmenjubiläum. In dieser Zeit sind wir vom Hersteller einer Blattplanungslösung für die industrielle Zeitungsproduktion zu einem Vollanbieter für Verlagslösungen gewachsen. Wir bieten mittlerweile einen End-to-End Publishing Workflow an, der von der Anbindung der kaufmännischen Systeme, über Anzeigenproduktion und Redaktion bis hin zur Druckerei oder den Online-Auftritt an. Wir reduzieren die Komplexität für unsere Kunden, da wir uns um die notwendige Integration bestehender Lösungen kümmern. Das ppi Eco System vernetzt und integriert dabei ganze Systemlandschaften, wie wir sie häufig gerade bei den großen Verlagsgruppen antreffen.

PreMedia Newsletter: 
Regionalisierung und Hyperlokalisierung sind wesentliche Erfolgsfaktoren für die Zeitungszukunft. Welche Lösungen stehen dafür zur Verfügung?

Dr. Hauke Berndt: 
Wir kennen das ja aus der klassischen Tageszeitung, in der wir schon von Beginn an die Relevanz der lokalen Berichterstattung unterstützt haben. So konnten wir z.B. in Indien beim Verlag Jagran Prakashan Limited komplexe Ausgabenstrukturen mit über 200 Lokalausgaben und Produktionen an über 30 Druckstandorten problemlos abbilden. Für die meisten in ihrer Region verankerten Verlage ist die regionale und hyperlokale Berichterstattung ein wichtiger Pluspunkt, da diese Informationen weiterhin exklusiv und ein echter Mehrwert für die Leser sind.
Hyperlokale Nachrichten müssen aber auch da, wo sie entstehen, geschrieben und veröffentlicht werden können. Mit Content-X bieten wir die optimale Plattform, um die Arbeit des Redakteurs auch im mobilen Einsatz zu unterstützen.

PreMedia Newsletter: 
Nationale wie auch lokale Portale im Internet werden ja ebenfalls von ppi Media vorangetrieben. Gibt es dabei bereits eine belastbare Zwischenbilanz dafür?

Dr. Hauke Berndt: 
Mit unserer App „thanks“ für location based services unterstützen wir Verlage, Händlernetzwerke aufzubauen. Jetzt gerade in den App Store gelangt ist die auf thanks basierende App kielometer, das führende Gastronomieportal für Kiel und Umgebung. Mit über 500 eingetragenen Locations bekommt man da einen umfassenden Überblick über nahezu alle Bars, Kneipen, Clubs und Restaurants der Region. Dank moderner AWS-Architektur können wir diese Lösungen innerhalb weniger Tage bereitstellen.

PreMedia Newsletter: 
Wie schätzen Sie die Entwicklung von digitalen Werbemöglichkeiten für die Medienhäuser ein?

Dr. Hauke Berndt: 
Die Online-Werbung wächst ungebrochen weiter. Marktforscher E-Marketer prognostiziert, dass in den USA die Werbeindustrie in 2019 zum ersten Mal mehr in Online-Werbung investiert als in die traditionellen Medien. Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Google, Amazon und Facebook sind dabei die großen Gewinner. Wir helfen unseren Kunden allerdings auch in diesem Markt erfolgreich zu sein. So haben wir zum Beispiel mit AdSelf ein Kleinanzeigen-Self-Service-Portal entwickelt, welches bereits bei der VRM in Mainz erfolgreich eingesetzt wird und dort ohne zusätzliche Werbekampagnen für eine Umsatzsteigerung gesorgt. Ein weiterer Kunde hat AdSelf bereits beauftragt.

PreMedia Newsletter: 
Die digitale Transformation ist ja die große und rasch fortschreitende Herausforderung für Verlage und Medienhäuser. Welche Trends – auch im Hinblick von fortschreitendem Einsatz von Künstlicher Intelligenz – erwarten Sie? Deep Learning mit Chancen-Management?

Dr. Hauke Berndt: 
Der Einsatz künstlicher Intelligenz macht auch vor der Verlagswelt nicht Halt. Es ist spannend zu sehen, dass Technologien wie neuronale Netze, die ich bereits während meines Studium im Bereich Klimamodellierung kennenlernte, heute im breitere Anwendung finden. Die automatische Bilderkennung und Klassifizierung, semantische Analyse und Verschlagwortung von Texten, Kündigungswahrscheinlichkeit eines Abonnenten, die Ermittlung der Preiselastizität beim Abschluss eine Online-Abos oder der vom Automaten geschriebene Artikel über ein Fußballspiel – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir begleiten unsere Kunden bei innovativen Projekten und helfen Ihnen, Ideen zu validieren und schnell in die Tat umzusetzen.

PreMedia Newsletter: 
Lieber Herr Dr. Berndt, ich danke Ihnen für diese Gespräch sehr herzlich.

Dr. Hauke Berndt: 
Sehr gerne geschehen, Hr. Malik.

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