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23.02.2012

Das Aktuelle Medieninterview - ppi Media im Aufwärtstrend

12.12.2011
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Norbert Ohl, Geschäftsführer ppi Media
PreMedia Newsletter:
Hr. Ohl, der manroland-Konzern, zu dem ppi Media mehrheitlich gehört, musste kürzlich Insolvenz anmelden. Wird es für das Unternehmen ppi Media daraus heute absehbare Konsequenzen geben?

Norbert Ohl:  Die wichtigste Botschaft gleich vorweg: Die manroland hat Insolvenz angemeldet, ppi Media hat und wird dies nicht tun. Wir sind wirtschaftlich solide, profitabel und liquide. Unsere Zahlungsströme sind von der manroland getrennt. Wir agieren weiterhin als dauerhaft stabiler und solventer Partner für unsere Kunden und Projektpartner.     
Diese für unseren Hauptgesellschafter zugegeben schwierige Situation stellt für uns eine große Chance für einen starken Neuanfang dar. Derzeit werden erste Gespräche mit strategischen Investoren geführt, die ppi Media, die Mitarbeiter, unsere Produkte, die Unternehmenswerte und unsere Ideen weiter nach vorne bringen wollen.

PreMedia Newsletter:
Das Unternehmen ppi Media hat als deutsches Unternehmen sehr früh auf internationale Märkte gesetzt. Welche Bedeutung hat das  Auslandsgeschäft für ppi Media?

Norbert Ohl: Der internationale Markt hat eine wachsende Bedeutung für ppi Media. In Deutschland wird inzwischen 80% der täg­lichen Zeitungsauflage mit Softwarelösungen aus unserem Hause sicher produziert. Wachstum auf dem deutschen Markt erreichen wir dennoch: Durch intelligente, an den Bedürfnissen des Marktes ausgerichteten Produkten und durch überzeugende Konzepte und Lösungen zu Konsolidierungsbestrebungen der Verlage.
Besonders erfreulich ist jedoch die Entwicklung von ppi Media im Ausland und hier besonders in Indien. In den letzten Jahren konnten wir sieben der zehn größten Verlagshäuser von den Vorteilen unserer integrierten und vor allem automatisierten Zeitungsproduktion überzeugen.
Aber auch in den USA, in Südamerika,­ Skandinavien und anderen asiatischen Staaten bauen wir unser Vertriebsnetzwerk derzeit aus. Aufträge von führenden Me­dien­konzernen wie MediaCorp aus Singapur oder MediaNorge aus Norwegen bestätigen unsere Strategie und auch die Produktentwicklung.

PreMedia Newsletter:
In welchen Auslandsmärkten ist ppi Media aktiv?

Norbert Ohl:  Der Schwerpunkt der internationalen Aktivitäten von ppi Media liegt ganz klar im asiatischen Raum. Dort befindet sich die Zeitungsbranche im Aufbruch, Menschen lesen vermehrt gedruckte Nachrichten, die Auflagen vieler Tageszeitungen steigen und die Anzeigenplätze sind dauerhaft belegt. Viele manuelle Planungs- und Produktionsprozesse werden derzeit automatisiert und wir sind hoch erfreut zu sehen, dass ppi Media bei vielen asiatischen Verlegern die erste Wahl ist. Unseren guten internationalen Ruf haben wir uns neben den Installationen in Deutschland durch zahlreiche Projekte in den USA und Kanada aufgebaut – einem weiteren wichtigen internationalen Markt für ppi Media.

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Sie verfügen über eine Erfahrung von mehr als 200 Projekten in der – wenn ich so sagen darf – klassischen Integration von Planungs- und Vorstufenprozessen in Verlagen. Welche Trends sind dabei für Sie erkennbar?

Norbert Ohl: Bei vielen Verlagen hat ein Umdenken stattgefunden. Crossmediale Nachrichtenangebote ergänzen das klassische Portfolio der Verlage inzwischen aus Überzeugung. Die neuen Angebote werden gelebt und erfahren viel posi­tives Feedback von Nutzern und Anzeigenkunden. Die Umstellung von nur Print auf medienübergreifende Angebote erfordert natürlich die Einführung neuer Software, Strukturen und Prozesse. Unsere Lösungen im redaktio­nellen wie im Anzeigenbereich sind genau auf diese Anforderungen hin 
entwickelt worden. Die steigende Nachfrage nach sowohl Content-X für die Redaktion als auch AdX für die Anzeigen bestätigt uns in unserer
Produktentwicklung und stimmt uns positiv für viele weitere erfolgreiche Jahre für ppi Media.
Ein Beispiel: Der Newsdesk als Organisationsform der Redaktion hat Einzug in vielen Verlagen gehalten und optimiert die Versorgung unterschiedlicher Medienkanäle mit Nachrichten. Wo ist der AdDesk oder der AdSales-Desk? Müsste diese zentrale Einheit für den medienübergreifenden Anzeigenverkauf nicht die logische Konsequenz der heutigen Anforderungen an crossmediale Anzeigenkampagnen und integrierte Marketingaktionen sein? Bislang setzen nur wenige Verlage auf dieses zukunftsträchtige und vor allem erfolgversprechende Modell. Viel mehr Verlage sollten sich diesen Schritt trauen – die Software dafür ist bereits auf den Markt.

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Sie haben mit der Integrationslösung Content-X eine neue Softwareplattform vorgestellt. Welche Möglichkeiten bietet Content-X für die Optimierung der Verlagsvorstufe?

Norbert Ohl:  Mit Content-X bringen wir viel Bewegung in den Markt der Redak­tionslösung. Content-X wurde für eine medienneutrale Produktion von Nachrichten entwickelt und ist im Gegensatz zu vielen anderen Angeboten kostengünstig, leicht zu implementieren und einfach zu bedienen. Das Beispiel unseres ersten Content-X-Kunden, die Cellesche Zeitung, verdeutlicht dies: Innerhalb von nur wenigen Wochen wurde die Redaktionslösung beauftragt und installiert, Mitarbeiter geschult, die Produktionspro­zesse umgestellt und letztendlich die Zeitung problemlos produziert.

PreMedia Newsletter:
Hr. Ohl, wie beurteilen Sie die weitere Entwicklung der Zeitungsmedien – also Print und Online-Medien – insgesamt?

Norbert Ohl:  Wie Sie es mit Ihrer Fragestellung schon andeuten, es geht um das Gemeinsame, das große Ganze. Zeitungs­medien oder besser gesagt Ausgabekanäle müssen als eine Nachrichtenplattform verstanden werden. Print und Online und Mobile müssen sich in den Köpfen festsetzen, nicht das oder. Durch eine Trennung der Medien bleiben zu viele Synergien ungenutzt. Verlage müssen sich auf ihre Stärken wie die große lokale Nähe zu den Lesern konzentrieren. Diese Stärken sollten in neue Geschäftsmodelle und crossmediale Angebote umgewandelt werden. Kombinationen von Medien schaffen Mehrwert – wir müssen ihn nurerkennen und nutzen. Die technischen Lösungen für alle diese Modelle sind bereits vorhanden.

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Die klassischen Printmedien befinden sich in einem Konsolidierungsprozess. Unternehmenszusammenschlüsse, Übernahmen und gemeinsam betriebene Druckerei- und Versandraumprojekte verändern die Branche und beeinflussen die Dienstleister rund um den Druck nachhaltig. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung in dieser Frage ein?

Norbert Ohl:  Konsolidierung ist für mich weiterhin der Trend, der die Branche auch 2012 am meisten beschäftigen wird. Viele Verlage haben bereits mit der Zusammenlegung von Unternehmensbereichen begonnen. Aber auch die Dienstleister der Branche bündeln zunehmend die Angebote. Es wird sicherlich einige Merger und Akquisitionen geben. ppi Media ist bereits seit Jahren breit aufgestellt und bietet Systemlösungen von der Planung bis zur Vorstufe. Neben dem integrierten Angebot schätzen uns die Kunden als wichtigen Partner bei mobilen Anwendungen und Projekten. Wird sind bestens aufgestellt für eine erfolgreiche unternehmerische Zukunft.

PreMedia Newsletter:
Welche Trends für das Jahr 2012 sehen Sie für die Zeitungsmedien?

Norbert Ohl:  Im Fokus des nächsten ­Jahres stehen sicherlich die zwei Themen crossmediale Angebote und Konsolidierung. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Partnern und Kunden die bestmöglichen Lösungen für unsere spannende Branche zu ent­wickeln. Wir sind positiv gestimmt, dass sich die Branche 2012 durch Konsolidierung und eine Ausweitung der crossmedialen Angebote beruhigt und es viele Erfolgs­meldungen in den nächsten 12 Monaten geben wird.

PreMedia Newsletter:
Hr. Ohl, ich danke Ihnen sehr und wünsche Ihnen Frohe Weihnachten und ein erfolgreiches Neues Jahr!

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